Nov
14

Wir freuen uns, sogar von unerwartetet Seite unterstützung für unsere Forderungen zu erhalten:

Der RCDS Greifswald begrüßt grundsätzlich die Forderungen, sich für die Belange der Studenten einzusetzen und gegen Kürzungen im Bildungsbereich vorzugehen. Auch halten wir ausreichendes Personal für den wissenschaftlichen Forschungs- und Lehrbetrieb für unabdingbar. Gerade hierbei hat unsere EMAU noch in manchen Instituten Nachholbedarf. Ebenso stehen wir für den Erhalt der Volluniversität. Im Bereich der Gestaltung des Bachelorstudiums, insbesondere im Fach General Studies, müssen unbedingt Verbesserungen durchgeführt werden. Quoten als Zugangsvoraussetzungen für den Master lehnen wir ab, da wir die Zukunft dieses Landes vor allem in der Bildung sehen und somit die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit dieser Universität bewahren wollen.
Dass einige Universitätsgebäude in katastrophalem Zustand sind ist schlimm und nicht zu leugnen, aber dennoch muss erwähnt werden, dass an der EMAU in den letzten Jahren unzählige Gebäude (z.B. der neue Campus, Audimax) neu gebaut oder saniert wurden und dadurch hervorragende Lernmöglichkeiten bieten.

Quelle:rcds.ju-greifswald.de

Auch wenn RCDS und Asta die der Aktionsform „Besetzung“ kritisieren, sehen wir uns durch die Breite Zustimmung zu unseren Forderungen von allen Seiten (FSR Psychologie, FSR Biowissenschaften, FSR Theologie, FSR Physik, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – GEW, Junge Grüne M-V, Die Linke.FraktionMV, RCDS, Kreisverband Region Greifswald der Piratenpartei & Hochschulpiraten, Attac) nachhaltig legitimiert.
😉

Nov
13

Besetzende übergeben Audimax an Universitätsleitung.

Hörsaal vier ist inzwischen vier Tage besetzt. Schon seit Mittwoch versuchte die Universitätsleitung zusammen mit den Besetzenden alternative Räume zu finden, damit diese sich weiterhin kritisch mit Bildungspolitik auseinandersetzen können. Den Studierenden und Anderen werden zwei Räume für mindestens ein Jahr zur Verfügung gestellt.

Im Rahmen einer Kundgebung ziehen diese am Freitag, den 13.11.2009 um 13:45 Uhr dorthin um.

Dort wird die inhaltliche Arbeit fortgesetzt. Zusammen mit der Studentischen Selbstverwaltung und der Universitätsleitung sollen bestehende Probleme angegangen werden. Außerdem ist es ein zentrales Moment, einen möglichst breiten Dialog unter den Studierenden und SchülerInnen über ihre jeweiligen Ansprüche an Bildung, Wissenschaft und Gesellschaft zu befördern.

Vor mehr als drei Wochen haben Studierende Teile der Universität Wien besetzt. Diese Protestform breitete sich wie ein Lauffeuer in ganz Europa aus. Auch in Greifswald wurden Hörsäle im Audimax zum Freiraum erklärt. In Solidarität mit den Kämpfen ihrer österreichischen KommilitonInnen und unter dem Motto „Der Mensch ist kein Humankapital“ setzen sie sich für eine grundlegend andere Hochschulorganisation ein.

Schon am Dienstag wurde ein erster Forderungskatalog im großen Plenum beschlossen. Er orientiert sich inhaltlich an den Zielen des bundesweiten Bildungsstreiks und geht darüber hinaus auf konkrete Missstände an
der Universität Greifswald ein. An der Besetzung beteiligten sich Studierende aus verschiedensten Fachrichtungen, Jahrgängen und politischen Gruppen sowie Einzelpersonen. Es wurden neue Kontakte geknüpft, aus denen eine Gruppe von AktivistInnen hervorging, die sich in Zukunft weiterführend kritisch mit (bundesweiter) Bildungspolitik auseinander setzen wird.

Die Besetzenden haben dabei ihrerseits diverse Solidaritätsbekundungen von Studierenden, Fachschaftsräten, Gewerkschaften, Parteien und anderen Gruppen erfahren. Obwohl der AStA Greifswald mit den Forderungen konform geht und die Besetzung von der Universitätsleitung geduldet wurde, distanzierte er sich von der Aktion.
Die ablehnende Haltung wird von den Besetzenden als vertane Chance angesehen, eine europaweit stattfindende Zeichensetzung für dringend notwendige Reformen im Bildungsbereich zu unterstützen. Forderungen sind unter anderem ergebnisoffene, europaweite und grundsätzliche Debatten über die Zukunft von Bachelor und Master, sowie die generelle Absage an Studien-, Verwaltungsgebühren und Studienkonten.
Außerdem kritisieren die Besetzenden willkürlich gesetzte Aufnahmegrenzen für Masterstudiengänge und fordern
mehr Mitbestimmungsrechte bei bildungspolitischen Entscheidungen. Ein umfassendes und paritätisches Recht auf Mitbestimmung muss auch SchülerInnen zugestanden werden.

Neben diesen bundesweiten Forderungen spielt die sich rasant verschlechternde Studiensituation in Greifswald eine zentrale Rolle. Aufgrund von finanziellen Engpässen kam es u.a. zur Streichung von Stellen, der Schließung unterschiedlicher Studiengänge sowie ganzer Institute. So geht die Diversität immer mehr verloren. Diese Einengung der Möglichkeiten in Forschung und Lehre trifft in unterschiedlichem Umfang alle Fakultäten. Aufgrund dieser Vorgehensweise droht eine Universität zur Hochschule zu werden, welche noch stärker an die Nachfrage der Wirtschaft gebunden ist.
Statt dessen sollte sich das Angebot der Universitäten an den Bedürfnissen der Menschen orientieren.

Im Rahmen der Besetzung ist es den Beteiligten gelungen, ein vielseitiges Programm auf die Beine zu stellen. Dieses beinhaltete politische Diskussionen, Workshops, Filmvorführungen und Live Musik. Daneben konnte bald die Verpflegung im Rahmen von Volxküchen selbst organisiert werden. Dieses Angebot stand auch allen anderen offen. Außerdem wurden die gestressten Studierenden mit Obst, Kaffee und Kuchen versorgt.

Weiterhin musste keine Vorlesung ausfallen, da von den Besetzenden alternative Räume organisiert wurden. Das wurde auch von der Universitätsleitung gelobt.

Am Montag beginnen die bundesweiten Bildungsstreikwochen. Auch die Studierendenschaft in Greifswald wird
sich mit unterschiedlichsten Aktionen daran beteiligen.

Nov
13

Eben erreichte uns das Soli-Schreiben des FSR Psychologie, wir bedanken uns:

Liebe Kommilitonen,

wir vom Fachschaftsrat Psychologie wollen uns mit den Besetzern des Audimax solidarisch zeigen.
Wir unterstützen die aufgestellten Forderungen, insbesondere das Engagement für die Sanierung baufälliger Institutsgebäude,
und wünschen euch viel Glück und Durchhaltevermögen bei der Durchsetzung euerer Forderungen!

Beste Grüße,
euer Fachschaftsrat Psychologie

Nov
12

Seit Montag halten zeitweise über 100 Studenten Hörsäle im Audimax Greifswald besetzt. Innitiiert aus Solidaritätsbekundung zu den Besetzungen in Östereich entwickelte sich im Laufe der Woche eine Europaweite Bewegung mit derzeit über 30 besetzten Universitäten.

Nach fünf Tagen soll unsere Besetzung am Freitag mit einer Kundgebung enden. Wir rufen euch hiermit auf an dieser teilzunehmen und euch Solidarisch zu den besetzten Universitäten zu zeigen.

Zudem laden wir ab 8 zum gemeinsammen Frühstücken im Audimax ein.

Kundgebung: 13.30 Uhr Audimax, Rubenowstraße 1

Unsere Besetzung endet, doch der Protest geht weiter.
Die Bundesweite Bildungssteikwoche beginnt am 17. November

Nov
12

Vielen Dank an den Fachschaftsrat Biowissenschaften für die Untenstehende Stellungnahme zur Besetzung des HS4 im Audimax der Universität Greifswald!

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Stellungnahme, Greifswald, 12. November 2009

Liebe Kommilitonen und Kommilitoninnen,
sehr geehrte Hochschulöffentlichkeit,

der Fachschaftsrat Biowissenschaften unterstützt die Forderung der Studierenden nach einer besseren Bildungspolitik und einer Verbesserung der Bildungssituation an der Universität Greifswald.
Wir begrüßen das Engagement der Studierenden, sich über aktuelle Hochschulpolitik Gedanken zu machen, ins Gespräch zu kommen und über die Grenzen der Greifswalder Universität hinaus Solidarität zu zeigen. Dazu war und ist eine Menge Eigeninitiative, Zeit und Courage nötig.
Im Fall der aktuellen Besetzung des „Auditorium Maximum“ möchten wir besonders den fairen Umgang mit betroffenen Vorlesungen, die Bekennung zur Gewaltfreiheit und die Diskussionsbereitschaft der Studierenden hervorheben.
Der Fachschaftsrat unterstützt Studierende, die sich bildungspolitisch einsetzen und versuchen, ihren Problemen friedlich Gehör zu verschaffen. Es ist besonders an der Universität Greifswald wünschenswert, dass sich noch mehr Studierende in diesem Sinne engagieren.

der Fachschaftsrat Biowissenschaften
Universität Greifswald

Nov
12

In einer offenen Diskussion wurde das Ende der Besetzung auf Freitag 12 Uhr festgelegt.
Nach dem Plenum, welches um 16:15 Uhr beginnen wird, wird eine genaue Erklärung der Sachlage veröffentlicht.

Die Zusammenfassung der Besetzung und deren Folgen, wird am Freitag veröffentlicht.

Nov
12

Auch die Jung-Grünen haben jetzt auf ihrem Blog Unterstützung für die Besetzer bekundet:

Dass die Uni Greifswald nun gemeinsam mit Studierenden in Österreich und ganz Deutschland für eine andere Bildungspolitik kämpft, sehen wir mit zwei lachenden Augen. Das Bildungssystem befindet sich seit Langem in vielen Ländern auf dem Holzweg. Universitäten werden immer mehr als Einrichtungen aufgefasst, in denen in erster Linie „arbeitsmarktkonformes Humankaptital produziert“ wird. Und ein kleiner Kreis von Eliteuniversitäten soll die „Macher“ und Vordenker von morgen ausbilden. Diese Spaltung lehnen wir einerseits aus Gründen der sozialen Selektion ab und andererseits wegen der Verunglimpfung des Bildungsverständnisses.

Wir wünschen uns ein Bildungssystem, dessen Zielsetzung die Ideale von W.v.Humboldt aufgreift, kritisch denkende, autonome, vielseitig gebildet und weltoffene Menschen hervorzubringen. Es wird immer weniger Erwerbsarbeitsplätze geben. Das sollte endlich die (Bildungs-)Politik eingestehen und nicht die Angst vor der Arbeitslosigkeit und das Konkurrenzdenken schüren. Wir brauchen Bürger, die durch Eigenständigkeit, Gemeinschaftssinn und Kreativität diese Gesellschaft bereichern!

Der überfüllte Stundenplan der Bachelor-Studenten, der halbjährliche Prüfungsmarathon, die kurze Studiendauer, die fehlende Vermittlung von philosophischen Grundlagen und Wissenschaftskritik, die einseitige Ausrichtung der Inhalte, Studiengebühren und Verknüpfung von Industrie und Uni laufen dem genau zuwider. Daher: volle Unterstützung für die Streikenden!

Nov
12

Solidarische Vokü

Willkomme Abwechslung für die Aktivisten nach drei Tagen Trocken-Brot und Sprudelkaffee:
Im Audimax wird leckere Lauchsuppe mit knusprigen Croutons, Ciabatta und Salat serviert. So können wir frisch gestärkt weitermachen. Derzeit laufen Vorbereitungen für die nächsten Tage. Kreative und engagierte Menschen sind weiterhin willkommen sich zu beteiligen!
Macht mit! Zeigt Euch solidarisch! Es geht uns ALLE an!

Derzeit besetzte Unis, wir werden immer mehr!

Nov
12

Am Donnerstag nachmittag traten einige der Besetzenden erneut mit Solvejg Jenssen, der Vorsitzenden des AStA Greifswald, in Kontakt.

Thema des Gespräches war die ablehnende Haltung des AStAs zur Besetzung, obwohl diese von der Universitätsleitung geduldet und die Forderungen der Besetzenden konform mit den Zielen des AStAs waren und noch sind.

In Anschluss dieses Gespräches ergriff der AStA Eigeninitiative und erreichte auf Anfrage an das Rektorat die Bereitstellung alternativer Räume.

Die genauen Konditionen wurden daraufhin direkt zwischen den Besetzenden und dem Rektorat ausgehandelt.

Nun warten die Besetzenden auf eine schriftliche Bestätigung der Raumnutzung und bedanken sich beim AStA und der Universitätsleitung für das Entgegenkommen.

Mit der bis jetzt viertägigen Besetzung wird ein Zeichen der Solidarität mit den streikenden Studierenden der anderen Universitäten gesetzt. Durch die versprochenen Räume ist eine weitere konstruktive Arbeit an der Umsetzung der Forderungen möglich.

Nov
11

Auch MoritzTV hat nun auf Youtube einen Beitrag zu der Besetzung hinzugesteuert, anscheinend zieht man dort Lehren aus der Kritik ihrer letzten Sendung, die Mangel an Aktualität und Tiefgang vorwarf: