Jung-Grüne MVs begrüßen die Besetzung

Auch die Jung-Grünen haben jetzt auf ihrem Blog Unterstützung für die Besetzer bekundet:

Dass die Uni Greifswald nun gemeinsam mit Studierenden in Österreich und ganz Deutschland für eine andere Bildungspolitik kämpft, sehen wir mit zwei lachenden Augen. Das Bildungssystem befindet sich seit Langem in vielen Ländern auf dem Holzweg. Universitäten werden immer mehr als Einrichtungen aufgefasst, in denen in erster Linie „arbeitsmarktkonformes Humankaptital produziert“ wird. Und ein kleiner Kreis von Eliteuniversitäten soll die „Macher“ und Vordenker von morgen ausbilden. Diese Spaltung lehnen wir einerseits aus Gründen der sozialen Selektion ab und andererseits wegen der Verunglimpfung des Bildungsverständnisses.

Wir wünschen uns ein Bildungssystem, dessen Zielsetzung die Ideale von W.v.Humboldt aufgreift, kritisch denkende, autonome, vielseitig gebildet und weltoffene Menschen hervorzubringen. Es wird immer weniger Erwerbsarbeitsplätze geben. Das sollte endlich die (Bildungs-)Politik eingestehen und nicht die Angst vor der Arbeitslosigkeit und das Konkurrenzdenken schüren. Wir brauchen Bürger, die durch Eigenständigkeit, Gemeinschaftssinn und Kreativität diese Gesellschaft bereichern!

Der überfüllte Stundenplan der Bachelor-Studenten, der halbjährliche Prüfungsmarathon, die kurze Studiendauer, die fehlende Vermittlung von philosophischen Grundlagen und Wissenschaftskritik, die einseitige Ausrichtung der Inhalte, Studiengebühren und Verknüpfung von Industrie und Uni laufen dem genau zuwider. Daher: volle Unterstützung für die Streikenden!

Advertisements

3 Antworten to “Jung-Grüne MVs begrüßen die Besetzung”

  1. Kommentar ebenso auf wildwuchsm-v webseite:
    ————————–
    wie zielführend ist es, sich für ein modernes bildungssystem auf humboldt zu berufen? Beispielsweise das selektive dreigliedrige schulsystem geht, wie vieles im derzeitigen bildungssystem, im grunde auf humboldt zurück. wie richtig erkannt brauchen wir weniger konkurrenzdenken, weniger selektion und mehr gerechtigkeit.
    brauchen wir humboldt? wir brauchen uns alle, jeden einzelnen für eine bessere gesellschaft.
    gegen “uni brennt”, für den allgemeinen “bildungsstreik”, für zusammenhalt zwischen studentinnen, schülerinnen, praktikantinnen, und allen menschen, ein reiner studentenprotest wie “uni brennt” ist im vergleich mit dem bildungssreik 2009 im sommer ein rückschritt!

    dennoch vielen dank für die solidarität!

  2. Stimme ich dir als Student vollkommen zu, es wurde auch immer angebracht, dass auch Schüler, Lehrer und Professoren eingebracht werden sollen. Leider ist das zumindest hier in Greifswald in Folge der Spontanität der Aktion und Schwierigkeiten bei der Kommunikation zwischen Schülern und Studenten (man wusste nicht so recht an wen man sich wenden sollte etc.) ein bisschen untergegangen. Ich denke aber, dass ihr eingeladen seit, euch an der Arbeit in dem Raum, der uns zur Verfügung gestellt wurde herzlich eingeladen seit. Vielleicht könnt ihr auch nachher zum Plenum kommen und euch melden, ich bin sicher, dass alle anwesenden Studenten sich riesig über eure Anwesenheit freuen würden.
    Humboldt brauchen wir in dem Sinn, dass die Finanzierung der Fakultäten nicht von der direkten wirtschaftlichen Rentabilität abhängt, es ist wichtig, dass die Phil.Fak. nicht als lästiges Anhängsel betrachtet wird, sondern als wichtiger Bestandteil der Bildung. Ebenso gilt das für Schulen: Auch hier darf nicht nur auf Mathe, Naturwissenschaft und Englisch gesetzt werden, die Bildung muss umfassend bleiben, alles andere ist vielleicht kurzfristig gut für die Wirtschaft, schadet aber der Gesellschaft in ihrer Gesamtheit.

  3. Hi,
    ich bin kein Schüler, sondern ebenfalls Student der Uni Greifswald, wie du.
    Ich befürchte, das von den Schülerinnen und Schülern noch weniger von der Aktion mitbekommen haben, als es schon bei den Studierenden der Fall ist. Hier hätte insgesamt, bei Studierenden, Schülerinnen und allen Anwohnerinnen, mehr Öffentlichkeitsarbeit gewagt werden müssen. Die Angst vor Versagen hat bei den Besetzerinnen verhindert, ihre Aktion in außreichender Form öffentlich zu machen.
    Richtig ist, das wir eine öffentliche Finanzierung brauchen, unabhängig von wirtschaftlichen interessen. Um das zu erkennen, braucht es meiner Meinung nach aber keinen Humboldt 😉

    Freie Bildung jetzt hier und immer überall für alle 🙂


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: